Noch vor wenigen Jahren blieb einem neben dem öffentlichen Fernsprecher mit Kleingeld, einzig und allein die Nutzung der Telefonkarte als Zahlungsmethode, wenn man von unterwegs telefonieren wollte. Heutzutage bietet die Branche der Telekommunikation eine interessante Bandbreite an billigen Möglichkeiten für Gespräche in das In- & Ausland. Da gibt es neben den altbekannten Telefonkarten und Calling Cards, im Zeitalter des World Wide Web, auch schon wieder weitere Methoden wie z.B. elektrisch-onlinebasierte Telefonkarten. Zum Verständnis werden diese Begriffe und Möglichkeiten kurz erklärt, um die kleinen aber feinen Unterschiede deutlich zu machen.

Telefonkarte:

Bei der traditionellen Telefonkarte ( Guthabenkarte ) handelt es sich um eine kleine Magnetstreifen- oder Chipkarte aus Plastik, die mit einem Chip versehen ist und dem bargeldlosen Telefonieren dient. Das vorausbezahlte Guthaben ist hierbei direkt auf der Telefonkarte via Chip gespeichert. Um das Guthaben zu nutzen wird die Karte, an Stelle von  Münzen, in ein dafür öffentliches Telefon gesteckt. Die Kosten des Gespräches werden direkt über den Chip auf der Telefonkarte berechnet und vom Gesamtguthaben abgebucht. Der große Nachteil, die Telefonkarte kann ausschließlich nur an dafür vorgesehenen Telefonzellen genutzt werden. Ist das Guthaben einmal aufgebraucht, verliert die Karte Ihren Wert. Jedoch hat sich aufgrund Ihrer individuellen Gestaltung in den 90er Jahren ein gewisses Sammlerinteresse für diese Karten entwickelt, wodurch auch teilweise selbst heute noch sehr beachtliche Preise erzielt werden können. So kann es bei einer Telefonkarte aus einer kleineren Auflage durchaus sein, dass der heutige Wert bei bis zu 100,-€ pro Telefonkarte liegt.

Calling Card:

Auch wenn eine Calling Card ( personenbezogenen Telefonkarte ) heutzutage oft als Synonym für die traditionelle Telefonkarte steht, gibt es doch ein paar kleine aber feine Unterschiede. Denn genau genommen ist eine Calling Card eine vorausbezahlte chiplose Telefonkarte auf der eine Einwahlnummer, meist eine kostenlose 0800er-Nummer und ein PIN vermerkt sind. Der Kunde wählt die Einwahlnummer, bestätigt seinen Anruf über den PIN und wählt anschließend die Zielrufnummer. Die Gesprächskosten werden vom Anbietersystem erfasst und vom Kartenguthaben abgebucht. Kennt der Kunde die Einwahlnummer und seinen PIN sogar auswendig, muss er die Calling Card noch nicht einmal mit sich führen und kann den Dienst trotzdem beliebig von jedem Telefon aus nutzen. Genau wie die Telefonkarte verfällt die Calling Card nachdem das Guthaben aufgebraucht ist.

Calling Card ( elektronisch ):

Dieses Verfahren funktioniert ähnlich einer normalen Calling Card. Der entscheidende Unterschied ist der, dass man keine Karte mehr benötigt. Für die Nutzung registriert man sich unverbindlich und kostenlos im Internet. Das dort eingerichtete  „Konto“ kann dann mit Guthaben via Paypal, Überweisung oder auch Sofortüberweisung aufgeladen werden. Es handelt sich hierbei um eine Art wieder verwendbare Calling Card. Der große Vorteil ist, dass man diese problemlos online verwalten kann und für ein Telefonat auch keinen PIN mehr benötigt. Es lassen sich darüber hinaus bei manchen Anbietern alle erdenklichen Daten über das Internet einsehen, wodurch eine für den Kunden sehr detaillierte Kontrolle seiner Calling Card Aktivitäten möglich ist. Ebenfalls wählt der Kunde hierbei zuerst eine zentrale Einwahlnummer, wobei er aber nun nicht dazu aufgefordert wird seinen Anruf mit einem PIN zu bestätigen. Stattdessen nimmt ein automatisches System den Anruf entgegen und bittet um die Eingabe der Zielrufnummer. Nach der Eingabe wird der Kunde umgehend zu seinem gewünschten Gesprächspartner weitergeleitet. Die Kosten eines Telefonats werden auch hier über ein Anbietersystem festgehalten und berechnet. Damit dies auch ordnungsgemäß abläuft müssen in den Calling Card Einstellungen im Internet lediglich die Nummern festgehalten werden, mit denen man den angebotenen Dienst nutzen möchte.